Frühjahrsauktionen 2016 - Überraschungen bei der zeitgenössischen Graphik

Der Atlasband zu dem berühmten Reisewerk von Maximilian Prinz zu Wied-Neuwied «Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832-1834» wurde zum teuersten Objekt der Buch- und Graphikauktion von Venator & Hanstein in Köln am 18. und 19. März 2016. Der angebotene Band enthielt neben den Tafeln auch sämtliche Textillustrationen mit den berühmten Indianerdarstellungen nach Zeichnungen Karl Bodmers. Der erfolgreiche Telefonbieter erwarb das Buch für 67.000 € (Taxe 50.000).
Eine rasante Steigerung erlebte ein Werk des spanischen Humanisten J. L. Vives aus dem Jahr 1524, das die Stellung der Frau in der Gesellschaft und die weibliche Erziehung behandelt. Die sehr seltene Erstausgabe erreichte 44.000 € (Taxe 12.000).
Am ersten Auktionstag konnten historische und naturwissenschaftliche Werke sowie die ungewöhnlich umfangreiche Sammlung an Barockliteratur oft weit über den Schätzpreisen zugeschlagen werden.

Das Angebot moderner und zeitgenössischer Graphik überrascht immer wieder, da die Nachfrage nach Werken einzelner Künstler nicht immer aktuell eingeschätzt werden kann. Neben den zurzeit sehr gefragten Künstlern wie J. Albers, H.-P. Feldmann, Heinz Mack, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Dieter Roth, Pierre Soulages und Günther Uecker gab es am Samstag unerwartet hohe Ergebnisse für Anselm Kiefer (Taxe 4000 €/ Ergebnis 8400 €), Igor Mitoraj (3 Bronzen mit einer Gesamttaxe von 6800 erreichten 16.700)und A.R. Penck (11 Arbeiten mit einer Gesamttaxe von 11.500 erzielten 33.000).

Der Gesamtumsatz beider Auktionstage liegt bei 1.300 000 €, was knapp 80 % der Schätzpreissumme entspricht.

 
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Maximilian zu Wied-Neuwied:
Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832-1834.

Atlasband mit Radierungen nach Karl Bodmer. Koblenz, London u. Paris 1839-41.