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(Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482. (Pseudo-) Hieronymus, Leben der heiligen Altväter. Straßburg, Drucker des 'Entkrist', nicht nach 1482.
Los 390
Kategorie Alte Drucke bis 1600
Autor (Pseudo-)Hieronymus
(Pseudo-)Hieronymus: Vitas patrum (dt.) - Leben der heiligen Altväter. [Straßburg: Drucker des Entkrist, nicht nach 1482.]
27,8 x 20,1 cm. 2 Teile in 1 Bd. 229 Bll. (von 232). Ohne das erste und letzte w. Bl. sowie Fol. [11] (a8), letzteres unauffällig in Faksimile ergänzt. Lagen: a8-2, b-c8, d6, e-k8, l6, m-n8, o6, p-z8, A-F8, G6-1. Ohne Foliierung und Lagenbezeichnungen. Teil 2 ("Hie vahent an die byspyll·vnd wunder zeichen") beginnt mit Fol. [187a]. Gothico-Antiqua. 32-34 Zeilen.
Mit 150 teils wiederholten kolorierten Holzschnitten (ca. 8,4 x 13,3 cm) und zahlr. kolor. Holzschnitt-Initialen, darunter 3 große S-Initialen in Cadelle-Form mit Ausläufern über die gesamte Breite des Textspiegels und 1 elfzeilige B-Initiale. Im zweiten Teil für die Initialen Leerräume mit Platzhaltern, wenige ausgefüllt mit rot eingemalten Lombarden. Das alte Kolorit vorwiegend in den Farben Grün, Rot, Gelb und Braun.
Mod. Ldr. auf fünf Bünden mit hs. Pgt.-Rs.; in HLn.-Klappkassette mit Rs.

(Vereinzelt unauffällig repar. Randeinrisse. Das fehlende Blatt Text mit kl. Initiale vollkommen unauffällig faksimiliert. Einige Blätter im Bund verstärkt. Geringe Altersspuren.)

GW M50904. HC 8603 (verz. irrig am Anfang 4 Bll. Tabula; in keinem bekannten bekannten Ex. dieser Ausgabe vorhanden). BSB-Ink V-260. ISTC ih00216000. Schreiber 4216. Goff H 216. Davies, Murray German Books, 199. - Erster Druck der oberdeutschen Übersetzung der Vitas Patrum. Daneben erschien fast zeitgleich eine niederdeutsche Ausgabe. Das Druckdatum ergibt sich aus dem Druckdatum der von den Illustrationen dieser Ausgabe abhängigen Augsburger Ausgabe bei Anton Sorg (25. Sept. 1482) und einem Rubrikatorenvermerk im Münchner Exemplar. Die verwendete Drucktype und einige Holzstöcke, die später von Straßburger Druckern verwendet wurden, weisen auf eine anonyme Werkstatt in Straßburg hin. Nach einem weiteren dort erschienenen Druck mit derselben Type, der ebenfalls in einer ober- und einer niederdeutschen Fassung erschien, wurde der Drucker mit dem Notnamen "Drucker des Entkrist" belegt. Dieser besaß, ungewöhnlich für Straßburger Drucker der Frühdruckzeit, offenbar Beziehungen zu den niederdeutschen Absatzmärkten am Niederrhein. Eine Identifikation mit bekannten Druckern wie Prüss oder Eggestein ist auszuschließen.
Die Holzschnitte der deutschen Vitas Patrum stammen wohl von zwei Reißern, von denen der eine auch mit dem der Holzschnitte im 'Entkrist' identisch ist. R. Steffen weist auf niederländische Einflüsse beim sogenannten "Antichristmeister" hin (R. Steffen, Zur Druckgeschichte des 'Antichrist. Kommentar zum Faksimile, Hbg. 1979). Die reizvollen Holzschnitte zeigen den Hl. Hieronymus und die verschiedenen Arten von Einsiedlern, Klosterbrüdern und Waldbrüdern, oft mit den Ereignissen der Legenden in simultaner Illustration. Fast immer spielt die Szene in einer Landschaft.

Die sog. ‚Vitas patrum' oder 'Vitaspatrum' gelten als die bedeutendste hagiographische Sammlung der mittelalterlichen Literatur . Sie reichen in die Frühzeit des Christentums zurück und verarbeiten vor allem griechische Quellen. Es handelt sich dabei um eine Bearbeitung von Legenden zahlreicher frühchristlicher Mönche, die als Eremiten oder Gemeinschaft in der Wüste lebten, und anderen christlichen Männern und Frauen, die als Kirchenväter oder Büßer in den Ruf der Heiligkeit gelangten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Sammlung immer wieder variiert und erweitert. Die Hauptquelle sind die durch den Hl. Hieronymus begründeten ‚Vitaspatrum', für die jüngeren Legenden wurde u.a. die ‚Legenda aurea' des Jacobus de Voragine herangezogen. - Bereits in der Benediktinerregel wurden die Vitaspatrum zur Lektüre vorgeschrieben, womit das Werk einen höchst bedeutenden Einfluss auf das mönchische und kulturelle Leben des Mittelalters bis in die Neuzeit bekam.

Von großer Seltenheit, kein Exemplar dieser Ausgabe auf deutschen Nachkriegsauktionen. Mit Exlibris der Fürsten von Liechtenstein.
Schätzpreis € 40.000
Zuschlag € 115.000