Inhalt Katalog 156

Die Auktion „Moderne und zeitgenössische Graphik  - Moderne Bücher“ umfasst in etwa 700 Katalognummern ein breites Spektrum, unter anderem mit Werken von Ernst Barlach, Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Hermann Max Pechstein, Emil Nolde, Georges Braque, Ewald Mataré, Marc Chagall, Joan Miró sowie von Joseph Beuys, Serge Poliakoff , Eduardo Chillida und Salvador Dalí bis zu Konrad Klapheck, Günther Uecker, Otto Piene, Günther Förg, Ellsworth Kelly und Gerhard Richter.

Die klassische Moderne wird gleich in mehreren Spitzenlosen repräsentiert: Den Anfang bilden Max Beckmanns frühe Lithographie „Ulrikusstraße in Hamburg“ von 1912 (€ 30.000), ein prachtvoller Probedruck aus dem Vorbesitz des Verlegers Reinhard Piper, sowie Beckmanns Selbstbildnis „Der Ausrufer“, eine 1921 entstandene Kaltnadelradierung (€ 4000).

Von Lyonel Feininger werden die Radierung mit Kaltnadel „The workmen (Die Arbeiter)“ (€ 20.000), um 1910/11 entstanden, und die Radierung auf orangefarbenem Bütten „Eisenbahner (Railroad Men)“ von 1911 (€ 15.000) angeboten. Die erstgenannte Graphik weist als hervorragende Provenienz das Salomon R. Guggenheim Museum, New York, die Nierendorf Gallery, New York, sowie C.G. Boerner auf. Prasse kennt in ihrem ‚Definitive Catalogue‘ unter der Werkverzeichnis-Nummer E 20 nur unser vorliegendes Exemplar (S. 61). Von der Radierung „Eisenbahner“ sind Prasse (S. 71) nur 3 Exemplare - alles Probedrucke – bekannt.

Ernst Ludwig Kirchners Holzschnitt „Fehmarnsund“ von 1912 ist in dem uns vorliegendem frühen Zustand vor der Verkleinerung des Holzstocks ebenfalls sehr selten (€ 15.000). Von Karl Schmidt-Rottluff wird der Farbholzschnitt in Azurblau und Schwarz „Dünen und Mole“, ein früher Handdruck von 1917, angeboten (€ 10.000).

Zeichnungen und Druckgraphiken, unter anderem von Peter August Böckstiegel, Gottfried Brockmann, Bernhard Kretzschmar, Karl Hubbuch und Augustin Tschinkel ergänzen das Angebot der Werke, welche überwiegend in den 1920er Jahren entstanden sind.
Von George Grosz können eine Kohlestiftzeichnung „Eisenbahnlinie“ von 1912 sowie eine Bleistiftzeichnung „Peter M. Grosz 5 Monate alt“ von 1927 offeriert werden (jeweils € 2000).
Josef Hegenbarth ist ebenfalls mit zwei Zeichnungen vertreten – mit einer um 1931 in Leimfarbe ausgeführten Straßenszene (€2000) und einer Pinselzeichnung eines Männerkopfes (€ 1500).
In insgesamt acht Losnummern kommen Aquarelle, Arbeiten in Wassertempera mit Kreide, Tusche und Holzschnitte von Christian Rohlfs zum Aufruf, darunter auch das Aquarell „Wolken über dem See, Ascona“ (€ 3000), welches - neben einigen anderen der angebotenen Werke - aus dem Vorbesitz der Gattin des Künstlers, Helene (gen. „Kalli“) Rohlfs, stammt.

Für eine Federzeichnung auf dem montiertem Vorsatzblatt in dem Buch „Ma Vie“ (1931) und eine Tuschfederzeichnung „Devant le chevalet“ (1956) von Marc Chagall werden jeweils € 8000 erwartet.

Unter den Mappenwerken stechen Friedensreich Hundertwassers vollständige Regentag-Kassette „Look at it on a rainy day“ von 1971/72 (€ 9000) und die Mappe „Dé-coll/age 5“ (€ 5000), welche das Schokoladenobjekt „Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot“ von Joseph Beuys beinhaltet, hervor. Hanne Darbovens „Bismarckzeit“ (€ 3000) von 1978 umfasst in 2 Leitz-Ordnern 860 Blatt reproduzierte Schrift und 2 handschriftliche Blatt.
Für Georg Baselitz komplette Folge „Eine Woche“ mit 7 Kaltnadelradierungen werden € 8000 erwartet sowie für die „Acht Transcolorationen“ mit 8 Farbserigraphien von Max Bill € 3000.

Einen Höhepunkt der zeitgenössischen Graphik bilden drei Exemplare – „A2“ sowie „B1“ und „B2“ - von Gerhard Richters „Schweizer Alpen“ (von € 6000 bis € 9000).

Günther Uecker ist gleich mit 21 Losen mit Taxen von € 500 bis € 4000 vertreten, darunter Aquarelle, Mischtechnik mit Sand und Graphit, Prägedrucke und Radierungen sowie ein transparenter PVC-Drache mit Siebdruck.
Einen Drachen stellt auch Tom Wesselmanns Multiple „Blonde kite“ von 1988, ein Siebdruck auf Papier, dar (€ 750); von ihm wird darüber hinaus seine großformatige Farblithographie mit Linolschnitt „Monica reclining on back, knees up“ von 1990 angeboten (€ 2700).

Unter den Aquarellen und Papierarbeiten zeitgenössischer Künstler sind vier Bleistiftzeichnungen von Paul Thek (je € 3000), eine Gouache von Raimund Girke (€ 3000) sowie Aquarelle von Gerhard Hoehme erwähnenswert, dabei ein Aquarell auf Seidenpapier und Karton aus dem Jahr 1957 (€ 2800) und drei Aquarelle der 1970er und 1980er Jahre (jeweils € 1500). Ein „Blumenstillleben“ von Klaus Fussmann in Aquarell und Tempera ist mit € 3000 taxiert, ebenso ein sitzender weiblicher Akt von Paul Wunderlich, im Jahr 1968 in Bleistift, Tusche, Spritztechnik ausgeführt. Von Johannes Geccelli werden mehrere Arbeiten auf Leinwand und Karton angeboten (von € 600 bis € 2500).

Neben den Werken auf Papier wird unser vielfältiges Angebot durch Skulpturen und Multiples bereichert. Einen Höhepunkt bildet Niki de Saint Phalles in farbig gefasste Polyester-Skulptur „Nana de Berlin“ von 1973 (€ 6000). Neben Bronzen, u.a. von Waldemar Grzimek „Sitzender weiblicher Akt“ (€ 1000) und zwei Eisenskulpturen von Robert Schad (je € 1000) kommen auch einige Acrylglasobjeke zum Aufruf, so die Stele „Image Magic“ von Yaacov Agam (€ 750), ein Plexiglasobjekt mit beidseitiger Serigraphie von Arman (€  1500) und Florian Merkels etwa 160 cm hoher, einen Bücherstapel tragender Mann aus farbigem Acrylglas mit dem Titel „Vorrat“ (€ 1500).

In der den Katalog abschließenden Abteilung der Modernen Bücher tritt Joseph Beuys „Zeichnungen 1947-59 I“ (€ 10.000) mit einer ganzseitigen Stempelzeichnung, einem kleinen Aquarell mit einem Elch und Signatur mit Bleistift als weiterer Höhepunkt hervor, gefolgt von der Vorzugsausgabe von HAP Grieshabers „Totentanz von Basel mit den Dialogen des mittelalterlichen Wandbildes“ von 1966, mit 40 einzeln signierten Holzschnitten in Handabzügen auf Japan (€ 9000).

 
Tittel Kat. 156 s
Katalog 156